Internationale Konferenzen

FRAU UND RECHT

"ARABISCHER FRÜHLING" in Tunesien / Libyen/ Egypten

Wie wird Geschlechterpolitik gemacht und wer macht sie eigentlich?

 

In dieser, immer noch durch die Männer geprägten und bestimmten Weltpolitik können Frauen selbst die Gleichstellung und Gleichberechtigung bei der Machtverteilung nicht alleine schaffen. Zur Durchsetzung ihrer Forderungen führen sie meist Kampagnen durch, entwickeln Projekte oder organisieren sich in Netzwerken, Verbänden und Vereinen. In der Vergangenheit haben die Bewegungen der Frauen viele Veränderungen in Institutionen und Kulturen, in Rechten und Ressourcen bewirkt. Aber sie alleine können eine gerechte Verteilung von Recht, Gütern und Politik nicht bewirken. 

 

Die Unterstützung von Außen brauchen insbesondere Frauen verschiedener islamischer Länder, deren auf der Scharia basierende Rechts- und Gesetzeslage von einer großen Bandbreite unterschiedlicher Interpretationen und Lesearten des Korans abhängig ist. Die Rechtsauffassungen orientieren sich nicht nur an den unterschiedlichen Glaubensrichtungen der Schiiten und Sunniten und ihren diversen Rechtsschulen, sondern auch an den über Jahrhunderte durch islamische Juristen unterschiedliche Auslegungen des Korans. Folglich sind die Muslime selbst in diesen Fragen tief gespalten. Die Stellung der Frau in diesen Gesellschaften ist nicht Ausdruck religiöser Überzeugungen, sondern es sind vielmehr politische Interessen in jeweils unterschiedlichen Machtkonstellationen, die den Ausschlag geben.

 

Wie nötig die Unterstützung und Vernetzung  sowohl von europäischen Frauenorganisationen, aber auch die gegenseitige Vernetzung in islamischen Staaten zurzeit nötig sind, zeigte gerade der Arabische Frühling und die seit Dezember 2010 beginnende Serie von Protesten, Aufständen und Revolutionen in der arabischen Welt: Obwohl Frauen aktiv mit den Männern auf die Straßen gingen und gehen, ist die Frage, wie die Lage dieser Frauen künftig zu verbessern wäre, in der Phase des Übergangs weitgehend aus den öffentlichen Debatten verschwunden. Gerade jetzt müssen diese Frauen in ihrem Kampf zur Gleichstellung mit den Männern dringend unterstützt werden!

 

 

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Internationale Konferenz

Freiburg, 12-18. Oktober 2013

 

untertützt von CIM-Centrum für internationale Migration und Entwicklung